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Mitgliederversammlung bei Rekordhitze - Gedanken und Eindrücke

Landau, 17. Juli 2026. Es ist inzwischen zur Tradition geworden. Die Mitgliederversammlungen von Sphenisco finden kontinuierlich bei hohen Temperaturen statt. Seit Jahren erleben wir dies hautnah im Raum der Zooschule Landau. Unser Vorstand hatte daher allen Grund, sich nach einer Räumlichkeit umzusehen, die vielleicht im Hochsommer auch ohne Klimaanlage etwas Kühle spendet. Mit der Wahl des Gemeindesraums im Servicewohnen des Campus Bethesda, Landau, hat der Vorstand eine gute und richtige Wahl getroffen, verfügte Werner Knauf doch über persönliche Erfahrungen und deshalb den Veranstaltungsort „wärmstens“ empfehlen. Aber weder er noch die teilnehmenden Mitglieder und Gäste konnten ahnen, dass sie erneut auf eine harte Probe gestellt wurden. Die extreme Hitze hatte auch hier Einzug gehalten. Ein Ventilator konnte nur den Gästen im vorderen Teil des Raums etwas Kühlung spenden. Die Tradition setzte sich also fort. Dankenswerterweise standen genügend Wasserflaschen bereit und alle waren sich einig. In der Zooschule hätten wir es an diesem Nachmittag nicht ausgehalten. Wir schwitzten folglich an einem besseren Ort. 

Trotz der Hitzewarnungen stand es für den Vorstand außer Frage, die Mitgliederversammlung kurzfristig abzusagen. Die überraschend hohe Zahl der Teilnehmer gab ihm Recht. Werner Knauf hatte mit mehr Absagen gerechnet und zeigte sich in seiner Begrüßung erfreut, dass so viele Mitglieder eingetroffen waren. Sie kamen u.a. aus Bochum, Nürnberg, Hannover, Saarbrücken, Karlsruhe, Berlin, zusätzlich der Mitglieder aus Landau und Umgebung. Auch einige Bewohner des Servicewohens waren zu Gast. Dass Werner neben Zoodirektor Jens-Ove Heckel noch ein weiteres Mitglied besonders begrüßte, hatte seinen Grund. Marc Fälker war wie bereits vor Jahren aus seiner Heimatstadt Unna angereist. Wegen zu vieler Unzuverlässigkeiten und Pannen gegenwärtig bei der Bahn hatte er sich dieses Mal für die Hin- und Rückreise mit einem Taxi entschieden. Mir, dem Schreiber dieses Berichts, hat er nach Anfrage gestattet, die Höhe der Fahrtkosten für Hin- und Rückfahrt hier zu nennen. 700 Euro waren es Marc wert, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen und seine Vereinsfreude nach mehrjähriger Pause wiederzusehen. Wir kennen und schätzen Marcs Bescheidenheit. Er wollte sich mit der Bekanntgabe der Höhe seiner Reisekosten keineswegs in Szene setzen. Das liegt ihm fern. Im Sinne aller Teilnehmer sei es vor diesem Hintergrund mit großer Anerkennung ausgesprochen: Großartig, lieber Marc! Wir ziehen den Hut vor dir und deinem außergewöhnlichen Beweis deiner Vereinstreue.

Beeindruckt zeigten sich die Anwesenden im ersten Teil der Veranstaltung von den Aktivitäten in Chile und Peru. Dem Aufruf der NGO Acorema und ihrer Partnern waren u.a. 5.000 Menschen zu einer Demonstration zum Schutz des Humboldt-Pinguins gefolgt. Mit Transparenten zogen sie durch die Straßen der Stadt Pisco. „Retten wir den Humboldt-Pinguin! Er ist kein Spielzeug und kein Nahrungsmittel!“ war auf den Plakate zu lesen. Acorema wirbt mit diesen Aufrufen auch in Schulen und Kindergärten bei Workshops und anderen Projekten. Die Organisation wendet sich zudem an die Politik und erinnert sie daran, ihren Verpflichtungen zum Schutz des Seevogels nachzukommen.

Nancy Duman, per Video-Konferenz zugeschaltet, konnte in ihrem Beitrag auf zahlreiche erfolgreiche Aktivitäten zurückblicken. Dazu zählen Fotoausstellungen und die Verbreitung des Lehrbuchs „Wertschätzung des Humboldt Archipels“ an zahlreichen Schulen. Der literarische Wettbewerb „Der Humboldt Archipel in 110 Worten“ soll fortgesetzt werden. Schwierig sei es, äußerste sie, bei der jetzigen konservativen Regierung etwas zu erreichen. Dennoch werde man sich immer weiter an die Politik wenden und besseren Schutz für bedrohte Arten und ihre Lebensräume einfordern.

Überschattet wurden die positiven Berichte jedoch von den einleitenden Ausführungen von Dr. Guillermo Luna-Jorquera. Der Rückgang der Population in Chile wie auch in Peru um mehr als die Hälfte, verursacht durch Vogelgrippe, El Nino und menschliche Einwirkungen gebe Anlass zu größter Sorge. Sein Appell: Mehr Wissenschaft, mehr Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit, um die Verantwortlichen zu überzeugen, sensible Arten und Ökosysteme besser zu schützen. Die Mitglieder von Sphenisco sind sich bewusst, dass sie als kleiner Verein mit ihren engagierten Mitstreitern in Chile und Peru gegen El Niño  und Vogelgrippe nichts bewirken können. Menschliche Einflüsse wie Überfischung, „Beifang“, Zerstörung oder Störungen der Brutplätze sollten aber womöglich mit noch höherem Engagement reduziert werden.

In geselliger Runde klang unser Sphenisco-Tag in der Gaststätte Hoppeditzel in Impflingen aus. Wir verbrachten unterhaltsame, heitere Stunden bei teils deftiger Kost, einem guten Glas Pfälzer Wein, an unserem Tisch sogar in etwas spanischem Ambiente. Wurden doch auch noch zu später Stunde von einigen Damen unentwegt die Fächer geschwenkt, an diesem Tag allzu verständlich.

Hans-Joachim Schatz



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