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Newsletter +++ Februar/März 2026 +++

Landau, 02. April 2026

C H I L E

+++Festival der Feuchtgebiete+++

Die Gemeinde Coquimbo und die NGO Oikonos veranstalteten Anfang Februar 2026 im O'Higgins Park das erste Festival „Raíces del Humedal“ (1). Anlässlich des Welttages der Feuchtgebiete (2. Februar) luden sie zahlreiche Organisationen - darunter die Fundación Sphenisco Chile - ein, einen Tag der Bildung, des Wissens, des Lernens und des Schutzes des Peñuelas-Gebietes zu gestalten. So sollte auf die Bedeutung der „Feuchtgebiete“ aufmerksam gemacht und diese Ökossyteme aufgewertet werden. Außerdem sollten Menschen und Organisationen in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, die sich für Feuchtgebiete einsetzen. Die Fundación Sphenisco Chile stellte dabei den Humboldt-Pinguin in dem Mittelpunkt. Im Laufe des Tages fanden kreative Workshops, künstlerische Darbietungen, wissenschaftliche Aktivitäten und Gemeinschaftsaktionen für alle Altersgruppen statt. https://www.youtube.com/watch?v=xc9u_lbkZxk

+++Fotoausstellung „Explorando el Archipiélago“+++

Die Fotoausstellung „Explorando el Archipiélago“ im El Faro von La Serena ging Mitte Februar zu Ende. Vier Wochen lang präsentierte die Fundación Sphenisco Chile die Ausstellung „Erkunde den Humboldt Archipel: Quelle des Lebens für die Menschheit“ im Touristenzentrum von La Serena. Die Ausstellung wurde von 50.000 bis 60.000 Menschen besucht. (Siehe die Beiträge „Penguin Awareness Day“ und „Newsletter Dezember/Januar“ 2025/26). Die Fundación plant, die erfolgreiche Ausstellung in den kommenden Wochen an weiteren Orten der Region Coquimbo zu zeigen.

+++Forschung für das Überleben+++

Im März legte Dr. Alejandro Simeone neue Zahlen zum Bestand der Humboldt-Pinguine in Chile vor. Der Forschungsbericht „Größe der Brutpopulation des Humboldt-Pinguins auf Inseln in Nord-Zentralchile (2024/2025)“ belegt die starke Reduktion der Population um 63% gegenüber 2021/22 für Chile (siehe „Population (…) um knapp zwei Drittel reduziert“ vom 25. März 2026).

+++Forschungsergebnisse zur Nahrungssuche in Fachzeitschrift+++

Die Masterarbeit „Räumlich-zeitliche Überschneidung zwischen Ringwadenfischerei und Nahrungsgebieten der Humboldt-Pinguine im Norden Chiles“ (2) von Isabel Bastías, Santiago, ist in der Fachzeitschrift PeerJ erschienen. https://peerj.com/articles/20714/

Die Arbeit ist Teil des mehrjährigen Forschungsprojektes zu Bestand, Bruterfolg und Nahrungssuche (3), das von Sphenisco finanziert wird. Die Gebühren für die Veröffentlichung in PeerJ wurde von der Global Penguin Society übernommen.

+++ Schutzprojekt gestoppt+++

Die Erklärung des Humboldt-Pinguins zum Naturdenkmal markiert einen Meilenstein beim Erhalt biologischer Vielfalt in Chile, speziell des Humboldt-Pinguins. Es war und ist ein großer Erfolg für zivilgesellschaftliche Gruppen – darunter Fundación Sphenisco Chile – und Wissenschaftlern diese Deklaration durchgesetzt zu haben (siehe Artikel „Großer Erfolg (...)”, 16. Februar 2026).

Die Freude über den Fortschritt währte nur kurz. Eine Woche nach ihrem Antritt legte die neue Regierung Kast die Erklärung auf Eis und kündigte an, sie fachlich und juristisch zu überprüfen. Damit entziehen die Verantwortlichen in einer extremen Notsituation der massiv bedrohten Pinguinart möglichen Schutz (siehe “Regierung Kast stoppt (...)“ 19. März 2026).

+++Ablehnung des Bergbau- und Hafenprojekt “Dominga” bestätigt+++

Zivilgesellschaftliche Gruppen in Chile und Pinguinfreunde in aller Welt feierten einen weiteren großen Erfolg beim Artenschutz. Am 21. Februar 2026 veröffentlichte die chilenischen Justiz, dass alle Entscheidungen des Ersten Umweltgericht von Antofagasta annulliert werden und die Ablehnung des „Dominga“-Projektes durch die chilenische Regierung weiter gültig ist (siehe Artikel “Großer Sieg für den Artenschutz”, 24. Februar 2026).

Erwartungsgemäß reagierte die Firma Andes Iron nach der schweren Niederlage mit neuen juristischen Schritten. So ging sie beim Ersten Umweltgericht von Antofagasta in Berufung gegen die Entscheidung der Regierung vom Januar 2025 (!). Beim Obersten Gerichtshof in Santiago legte Andes Iron Beschwerde gegen das Urteil des Berufungsgerichtes vom 21. Februar ein.

Alianza Humboldt antwortete auf diese Entwicklung mit dem Podcast “Dominga abgelehnt!” (Facebook Alianza Humboldt 26. Februar) und schrieb dazu: “Der Humboldt Archipel steht erneut im Mittelpunkt der nationalen Debatte. In diesem Extra Podcast analysieren wir, was das jüngste Gerichtsurteil bedeutet und was nun auf die Region La Higuera zukommt. (…) Der Humboldt Archipel ist nicht nur ein Projekt. Es geht um Biodiversität. Es geht um Gemeinschaft. Es geht um die Zukunft.”

+++Literaturwettbewerb „Der Humboldt Archipel mit 110 Worten“+++

Nach dem großen Erfolg des Literaturwettbewerbs im Jahr 2024 hat die Fundación Sphenisco Chile den Wettbewerb Ende 2025 erneut ausgelobt. Beiträge konnten bis zum 31. März abgegeben werden.

P E R U

+++Tag der Feuchtgebiete+++

Die NGO Acorema veröffentliche zum Welttag der Feuchtgebiete (2. Februar) folgenden Appell: “Heute werden wieder viele Institutionen Aufräumaktionen durchführen, Vorträge halten, Beiträge in sozialen Netzwerken veröffentlichen und Verpflichtungserklärungen unterzeichnen. Nach diesen Aktivitäten bleibt das Gefühl, dass nicht genug getan wird, dass wir nicht auf das nächste Jahr warten können (…) Viele Feuchtgebiete verschwinden, ohne dass wir sie wirklich kennenlernen. Einige gewinnen wir zurück und versuchen, ihre Artenvielfalt zu erfassen und bekannt zu machen, (…) Das ist ein wichtiger Schritt zu Erhaltung der Gebiete. Lasst uns mit Kindern und Jugendlichen in den Schulen zusammenarbeiten, damit sie diese Ökosysteme und ihren Wert kennenlernen und uns dabei helfen, die Einstellung der Erwachsenen zu ändern. Deren Haltung verursacht derzeit die Hauptprobleme der Feuchtgebiete. Leisten wir unseren Beitrag!”

+++Workshop für Mini-Wissenschaftler+++

Die NGO Acorema gestaltete Ende Februar einen Workshop für „Mini-Wissenschaftler“ und berichtete: “Kinder aus der Region Paracas besuchten das große „Naturlabor“ in ihrer Nähe. Bei einen Besuch des Nationalreservats Paracas erfuhren sie mehr über die Reichtümer und die große Bedeutung ihres Meeres. Die Kinder besuchten das Informationszentrums des Nationalreservats. Dort informierten sie Parkwächter u.a. in einer Vorstellung des Puppentheaters. Die kleinen Informationen erhielten sie u.a. duch die Aufführung eines Puppentheaters. Sie hatten auch Zeit zum Spielen und Spaß an den Stränden. Es war ein Tag voller Lächeln, Neugier und Liebe zur Natur”.

E U R O P A

+++Sphenisco-Flyer+++

Der Flyer „Humboldt-Pinguine brauchen Hilfe – international“ ist auch nach zehn Jahre immer noch aktuell. Details wie Adresse und Bankverbindung des Vereins stimmten dagegen nicht mehr. Deshalb wurde der Flyer überarbeitet und eine neue Druckvorlage von Juli Hornen, langjähriges Mitglied von Sphenisco, gestaltet. Der Flyer ist unter https://www.sphenisco.org/documents/Sphenisco_Flyer.pdf?v=2 abrufbar.

Flyer können auch bei „Sphenisco e.V. c/o Zoo Landau, Hindenburgstrasse 12, 76829 Landau“ bestellt werden.

+++Aktion “Gesicht zeigen!“+++

Die Gefahr, dass die Humboldt-Pinguine ausgerottet werden, ist stark gewachsen. Sphenisco bittet deshalb Pinguinfreunde, Partner und Mitglieder anlässlich des Welt-Pinguin-Tages (25. April) oder zu einem anderen geeigneten Zeitpunkt die Aktion „Gesicht zeigen!“ zu unterstützen (siehe „Aktion „Gesicht zeigen!“ vom 27. März 2026). 

Die NGO Acorema schreibt zur Aktion: „Wir werden darauf achten, die Bilder der Kampagne zu veröffentlichen. Für den Tag des Humboldt-Pinguins haben wir bereits Aktivitäten mit Schulen geplant. Die Idee, über diese Aktivitäten zu berichten, ist hervorragend. Für die Öffentlichkeit wird es bedeutungsvoll sein zu sehen, wie Institutionen in drei verschiedenen Ländern ihre Kräfte bündeln, um den Humboldt-Pinguin und seinen Lebensraum zu schützen.“

+++Unterstützung „Blair Drummond Safari Park“+++

Die Koordinatorin des Blair Drummond Safari Park in Schottland schrieb. „Wir würden uns freuen (…) mit unserer Initiative „Verbindung zur Wildnis“ Spenden zu sammeln und auf die unglaubliche Arbeit Ihrer Charity-Organisation aufmerksam zu machen. Zusammen mit unseren Tierpflegerteams organisieren wir von April bis Oktober einmal im Monat einen Infostand, um viel Aufmerksamkeit und Spenden zu generieren. Spenden werden auch über Spendenbretter im Park, nach unseren täglichen Tiergesprächen/Trainingsvorführungen, einen Münz-Wunsch-Brunnen sowie online über unsere Website getätigt. Am Ende der Saison verteilen wir die Gelder auf verschiedene Charity-Organisationen“.

Der Blair Drummond Safari Park Park informierte bereits im vergangenen Jahr regelmäßig über die Bedrohung des Humboldt-Pinguins und seines Lebensraums und unterstützte die Arbeit von Sphenisco.

+++Pinguine im Magazin „Life“ von RTL+++

Ende März berichtete das Wochen-Magazin “Life“ über die Bedrohung der Pinguine (4). Im Mittelpunkt der Sendung stand die Rettungsstation in Coquimbo (5) sowie Ergebnisse des 6-jährige Forschungsprojekts von Sphenisco. Dr. A. Simeone präsentierte neue Erkenntnisse zu Bestand und Nahrungssuche (3), vor allem die faszinierenden Unterwasseraufnahmen, und verwies auf Bedrohungen durch die Fischerei. Weshalb den Humboldt-Pinguinen auch aus dem fernen Europa geholfen wird und wie diese Hilfe entstand, erfuhren die Zuschauer von Werner Knauf, Vorsitzender von Sphenisco (Mediathek RTL, „Life“, Sendung vom 28. März 2026). Vier Zuschauer spendeten spontan nach der Sendung. Vielen Dank! Sphenisco ist auf weitere Reaktionen gespannt.

+++Spenden, Spenden, Spenden+++

Im Februar und März 2026 haben folgende Personen und Institutionen für die Artenschutzprojekte von Sphenisco gespendet: Olaf Goldbecker, Kathrin Ballenthin, Folly Farm Leisure Limited, Dublin Zoo, Zoo Saarbrücken, Ulf und Susanne Janz, Anja und Reinhold Knauber, Dr. Ingrid Schönleber, Hans-Jürgen Klute und Marita Kaiser-Klute, Klaus und Michele Lenz, Dr. Kerris Isolde Klug, Dr. Michael Brünger und Karin Flurer-Brünger, Blair Drummond Safari Park, Paultons Park, Julian Meier, Steffen Schermeyer, Michael Herzog, Martin Kaiser, Camila Herrera Lara, Rj Szremski, Dominik Reinhard, Fabiola Brenner, Christine Stiem-Rach, Kai Graebner, Barbara Tomann.

W.K.

Anmerkungen

Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Die im Beitrag verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.

(1) Raíces del Humedal. Dt.: Wurzeln der Feuchtgebiete.

(2) Orginaltitel: Spatio-temporal overlap between purse seine fisheries and Humboldt penguin feeding areas in northern Chile“.

(3) Die Forschungsergebnisse sind Teil des 6-jährigen Forschungsprojektes zu Bestand, Bruterfolg und Nahrungssuche, das die Forscher A. Simeone, P. Arce, M. Daigre, G. Luna-Jorquera, U. Ellenberg und T. Mattern im Auftrag von Sphenisco durchführen. Die Forschungen werden von der Artenschutz-Stiftung Zoo Karlsruhe, dem Freundeskreis des Tierparks Hagenbeck und des Zoo Dresden gefördert.

(4) Der Bericht wurde von den Dokumentarfilmern Regina Niedenzu und Dirk Rensmann 2025/26 produziert.

(5) Die Rettungsstation für Meerestiere in Coquimbo, Nordchile, wird von der Universidad Católica del Norte (UCN), Sernapesca, Sphenisco und der NGO Conservación Humboldt gemeinsam getragen und verantwortet. Die Sanierung und auch der aktuelle Betrieb der Station wird von den Zoos in Dresden, Frankfurt und Halle gefördert.

Hinweis

Alle Bilder sind Eigentum von Sphenisco e.V. bzw. den genannten Fotografen.

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