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Newsletter +++ April/Mai 2026 +++

Landau, 01.Juni 2026

C H I L E

+++Welt-Pinguin-Tag in Chile+++

Die NGO Acorema, Peru, und die Foundación Sphenisco Chile riefen anlässlich des Welt-Pinguin-Tages Organisationen und Institutionen in Chile, Peru und Deutschland unter dem Motto „Lasst uns gemeinsam den Humboldt-Pinguin retten!“ zu Aktionen auf.

Die Foundación Sphenisco Chile selbst initiierte mehrere Aktionen. Sie startete einen Fotowettbewerb und veröffentlichte eine Erklärung zur kritischen Situation der Population in den sozialen Netzwerken. Außerdem organisierte sie einen Workshop für Schüler im Nationalreservat „Pingüino de Humboldt“. Vom 27. bis 30. April zeigte die Stiftung die Fotoausstellung "Der Humboldt-Pinguin und sein Lebensraum" in vier Fakultäten der Universität von La Serena und hielt dort Vorträge sowie eine Vorlesung (siehe Artikel „Welt-Pinguin-Tag im Zeichen der Krise des Humboldt-Pinguins“ vom 25. Mai 2026). Ende Mai gab die Foundación die Gewinner des Fotowettbewerbes „#SalvemosAlPingüinodeHumboldt” bekannt.

+++Expo Océanos in Los Vilos+++

Mitte Mai nahm die Stiftung Sphenisco Chile an der Ausstellung „Océanos“ im Kulturzentrum Blas Alarcón in Los Vilos teil. Die Veranstaltung widmete sich der marinen Flora und Fauna, der biologischen Vielfalt sowie der Fischerei. Gemeinsam mit der NGO Conservación Humboldt, der NGO Reserva Puquen und Island Conservation informierte Foundación Sphenisco Chile über den Humboldt-Pinguin und seine Bedrohung. Auch bei dieser Gelegenheit wurde die Fotoausstellung „Erkunden wir den Humboldt Archipel“ mit 25 Fotografien und sechs Infografiken gezeigt. Darüber hinaus wurden viele Exemplare des Lehrbuchs „Wertschätzung des Humboldt Archipels“ an Schulen verteilt. Das Projekt „Fotoausstellung“ wurde vom Zoo Rostock, das Projekt „Lehrbuch“ vom Zoo Krefeldt gefördert.

+++Umweltministerin besucht Yerba Buena+++

Die Umweltministerin der Region Coquimbo, Jovanka Rendic Véliz, besuchte am 13. Mai den Ökopark Yerba Buena (siehe auch Artikel „InfoPoint Yerba Buena“ vom 16. und 23. Oktober 2025). Ziel des Besuchs war es, die Fortschritte hinsichtlich Erhaltung der Biodiversität, Umwelterziehung und Ökotourismus kennenzulernen, die von der Gruppe Yerba Buena gefördert und von der Foundación Sphenisco Chile unterstützt werden. Das Projekt Yerba Buena wird gefördert vom Zoo Frankfurt.

Die Präsidentin der Gruppe Yerba Buena, Jessica Osorio González, betonte: „Hauptziel sei es, das kulturelle und natürliche Erbe der Gemeinde, insbesondere dieses Sektors, aufzuwerten“. Zur Ministerin gewandt sagte sie: „Für uns ist es sehr wichtig, dass die Arbeit bekannt wird, die wir geleistet haben und leisten. Die Unterstützung von Institutionen wie der CONAF (2) und die Unterstützung, die die Seremi (1) uns heute gibt, ermöglicht es uns, die Zusammenarbeit in der Gemeinde weiter zu entwickeln und zu stärken. Diese Anerkennung ist für unsere Gemeinschaft sehr bedeutsam“.

+++Umweltbeirat Region Coquimbo+++

Die neue Regierung beruft für den Zeitraum 2026 bis 2028 neue Mitglieder in den Umweltbeirat der Region Coquimbo. Die Foundación Sphenisco Chile wurde von der Seremi für Umwelt (1) zur konstituierenden Sitzung am 4. Juni 2026 eingeladen.

+++ Gewinner des zweiten Literaturwettbewerbs+++

Nach dem großen Erfolg des Literaturwettbewerbs „Der Humboldt Archipel in 110 Wörtern“ im Jahr 2024 hat die Fundación Sphenisco Chile den Wettbewerb Ende 2025 erneut ausgelobt. Das Projekt wurde und wird vom Zoo Rostock gefördert. Die Abgabefrist endete am 31. März 2026. Erneut war die Jury mit Schriftstellern, Journalisten, Pädagogen und Bildungsexperten prominent besetzt. Ende Mai wurden die Gewinner bekannt gegeben. In der Kategorie “Mädchen und Jungen” gewann Matilda Amancay Rodríguez Rojas aus Vicuña mit der Kurzgeschichte: „Die Sterne auf dem Blauwal“. In der Kategorie „Jugend“ erhielt Matías Cristóbal Barraza aus Los Vilos den ersten Preis für die Geschichte: „Die letzte Kolonie“. In der Kategorie „Erwachsene“ gewann Francisco Javier Mucientes Aguirre aus Ovalle mit der Geschichte: "Der Gesang, der nicht untergeht". Die Sieger dürfen sich auf einen Segeltörn zur „Reserva Nacional del pingüino de Humboldt“, alle Zweit- und Drittplazierten auf einen Besuch dieses Schutzgebietes freuen.

P E R U

+++Welt-Pinguin-Tag in Peru+++

Acorema spannte einen Bogen vom Tag der Erde zum Welt-Pinguin-Tag und gestaltete wie die Foundación Sphenisco Chile eine ganze Informations-Woche über gefährdete Arten, speziell die bedrohten Humboldt-Pinguine. Die Partnerorganisation von Sphenisco besuchte in dieser Woche mehrere Kindertagesstätten und Schulen. Höhepunkt der „Pinguin-Woche“ war eine Demonstration mit rund 5.000 Teilnehmern im Zentrum von Pisco (siehe Artikel „Welt-Pinguin-Tag im Zeichen der Krise des Humboldt-Pinguins“ vom 25. Mai 2026).

+++Bruterfolg auf den Balestas Inseln+++

Acorema hat 2021/22 im Auftrag von Sphenisco den Bruterfolg auf den Ballestas Inseln in Südperu untersucht. Titel "Reproduktive Aspekte der Kolonie von Spheniscus humboldti auf den Ballestas-Inseln, Pisco, Peru". Diese Untersuchung wurde mit dem Ziel eines „Prä-post Vergleichs“ wiederholt. Titel: “Vergleich der Populationen und des Fortpflanzungserfolgs der Humboldt-Pinguin-Kolonie auf den Ballestas-Inseln vor und nach Vogelgrippe und El Niño“. Acorema begann die Untersuchung im Juni 2024 und schloss sie nach zwei Verlängerungen (wiederholt schwierige Meeresbedingungen, Schließung von Häfen) Ende 2025 ab. Der Abschlussbericht soll im Juni vorgelegt werden. Gefördert wird die Studie vom Zoo Frankfurt und dem Vogelpark Marlow.

E U R O P A

+++Mitgliederversammlung 27. Juni 2026+++

Am 27. Juni 2026 findet die diesjährige Mitgliederversammlung von Sphenisco e.V., verbunden mit ausführlichen Informationen über Projekte und Aktivitäten des Vereins, in Landau statt. Bis jetzt - Stand 31. Mai - haben sich insgesam 33 Personen, 18 für die Präsenzveranstaltung und 15 für das Online-Meeting angemeldet.

+++Welt-Pinguin-Tag in Deutschland+++

Rund um den Welt-Pinguin-Tag fanden in Zoologischen Gärten eine Reihe von Aktionen statt. Der Tierpark Hellabrunn München, die Zoos Rostock, Saarbrücken und Schwerin sowie der Vogelpark Walsrode organisierten gut besuchte Aktionstage. Die Tierparks und Zoologischen Gärten in Bochum, Halle, Frankfurt, Köln, Krefeld, Landau, Neumünster sowie der Luisenpark Mannheim und das Erlebnisbad Spreewelten Lübbenau gestalteten ebenfalls Aktionstage und riefen Besucher und Mitarbeiter auf „Gesicht für den Humboldt-Pinguin“ zu zeigen (siehe Aktion „Gesicht zeigen!“, 30. März 2026). Die Aufrufe hatten Erfolg. 474 Menschen traten ganz persönlich mit ihrem Bild für die Rettung der Humboldt-Pinguine ein (siehe Artikel „Welt-Pinguin-Tag im Zeichen der Krise des Humboldt-Pinguins“ vom 25. Mai 2026).

+++Vortrag zur Bestandsentwicklung und aktuellen Bedrohungslage+++

Am 5. August, um 16.00 Uhr, referiert der Forscher Thomas Mattern, Neuseeland, Online sowie in Präsens im Zoo Karlsruhe über Bestandsentwicklung und aktuelle Bedrohungslage der Humboldt-Pinguine.

Thomas Mattern lehrt und forscht an der Universität Otago, Neuseeland. In den letzten 20 Jahren hat er mit Telemetrietechnologien das Verhalten verschiedener Seevögel auf See untersucht. Seine Arbeit umfasst auch Demografie, Populationsdynamik sowie physiologische Folgen menschlicher Störungen auf die Tierwelt. Zusammen mit seiner Frau Ursula Ellenberg leitet er das Tawaki-Projekt (www.tawaki-project.org), eine Langzeitstudie über Dickschnabelpinguine und andere Kammpinguine. Seit zwei Jahrzehnte forscht er auch zu Humboldt-Pinguinen: Von der Bestandserfassung auf der Insel Chañaral über Störungsökologie bis hin zum aktuellen Projekt „Nahrungssuche“ mit Sphenisco. In dem Projekt werden mit Hilfe von Biotelemetrie Nahrungsgebiete von Humboldt-Pinguinen und Überschneidungen mit Ringwadenfischerei identifiziert und so Grundlagen für den Schutz geschaffen. Dabei schätzt Thomas Mattern den Erfolg optimistischer ein als den der jahrelangen Forschungen zum Gelbaugen-Pinguin in Neuseeland: „Sphenisco kann den Unterschied machen“.

+++12. Internationale Pinguin Konferenz+++

Vom 31. August bis zum 5. September 2026 findet die 12. Internationale Pinguin Konferenz auf Phillip Island, Australien, statt. Die Wissenschaftler Alejando Simeone, Guillermo Luna-Jorquera, Ursula Ellenberg und Thomas Mattern werden auf der Konferenz Forschungsergebnisse zum Bestand, Bruterfolg und Nahrungssuche vorstellen, die von Sphenisco finanziert wurden und werden. Isa Karbstein und Volker Eggert (Gründungsmitglieder von Sphenisco) werden mit einem Poster einen Überblick über die Arbeit von Sphenisco präsentieren. Auf dem Hintergrund der kritischen Entwicklung der Population werden die bereits genannten Forschungen zur Populationsdynamik sowie die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit von Acorema (Peru) und der Foundación Sphenisco Chile vorgestellt und eingeordnet.

+++Spenden, Spenden, Spenden+++

Im April und Mai 2026 haben folgende Personen und Institutionen für die Artenschutzprojekte von Sphenisco gespendet: Kathrin Ballenthin, Zoo Krefeld, Parc Merveilleux Luxembourg, Berufsverband der Zootierpfleger BdZ, Günther Herbst, Cotswold Wildlife Park, England, Ilko Jung, Daniel Meinert, Sandra Knippers, Stuart Eifert.

Anlässlich seines Geburtstages bat unser Mitglied Francisco Ruiz Valdes um Spenden statt Geschenken.

Bei den Aktionen zum Welt-Pinguin-Tag 2026 haben viele Besucher des Luisenparks Mannheim, des Vogelpark Walsrode (Four Wings Stiftung), des Tierparks Bochum und des Landauer Zoos für den Schutz der Humboldt-Pinguine gespendet.

Am 28. April verstarb unser Gründungsmitglied Franz-Rudolf Herren. Franz-Rudolf war Volontär der Foundación Otway. In seinem Sinne bat seine Frau Christel Herren um Spenden statt Blumen. Rund 50 Personen haben dieser Bitte entsprochen.

Sphenisco dankt allen Spendern.

W.K.

Anmerkungen

Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Die im Beitrag verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.

(1) Seremi (Secretario Regional Ministerial) für Umwelt ist der regionale Vertreter des chilenischen Umweltministeriums. Als oberster Umweltbeauftragter der Region setzt er die nationale Umweltpolitik um, überwacht den Natur- und Ressourcenschutz und koordiniert lokale Behörden, um Umweltstandards durchzusetzen.

(2) Corporación Nacional Forestal - CONAF. Chilenische Forstbehörde, die auch für die Naturschutzgebiete zuständig ist.

Hinweis

Alle Bilder sind Eigentum von Sphenisco e.V. bzw. den genannten Fotografen.

Eine Verwendung ist nur nach Rückfrage und Genehmigung zulässig.