Weiterer Etappensieg und ein großes Fragezeichen

Landau 9. Februar 2020.

Am 7. Februar haben wir hier den Text „Weiterer Etappensieg!“ veröffentlicht: „Vor 5 Jahren am 30. Januar 2015 wurde des Hafenprojektes Cruz Grande der Firma CMP (Compania Minera del Pacífico S.A) genehmigt. Sphenisco machte damals gemeinsam mit chilenischen Umweltschützern Präsidentin Michelle Bachelet und zuständige Behörden auf die Gefahren für die sensible Meeresregion sowie schwerwiegende Mängel der Umweltverträglichkeitsprüfung aufmerksam. Ohne Erfolg.

Aus unbekannten Gründen hat die Firma CMP in den zurückliegenden Jahren nicht mit dem Bau des Hafens Cruz Grande begonnen. Die Genehmigung war auf 5 Jahre befristet und ist Endes des vergangenen Monats erloschen. Die NGO Oceano fordert deshalb vom Umweltministerium der Region Coquimbo eine amtliche Bestätigung, daß die Frist für das Bauvorhaben abgelaufen und die Genehmigung erloschen ist. Sphenisco freut sich mit den Bewohnern der Küstendörfer in der Gemeinde La Higuera und seinen Mitstreitern in Chile.“

Alle Fakten stimmen und doch hat die gute Nachricht, wie wir bei weiteren Recherchen erfahren haben, leider einen ganz entscheidenen Haken. Die Firma CMP (Compania Minera del Pacífico S.A) konnte oder wollte nicht mit dem Bau des Hafens beginnen. Sie will stattdessen mit der Pflanzung von Bäumen beginnen, einer Kompensationsmaßnahme, zu der die Firma bei der Genehmigung des Hafens verpflichtet wurde. Diese Pflanzung hat sie im Januar, also noch innerhalb der Frist, bei der CONAF (Corporación Nacional Forestal) in Coquimbo beantragt. Das Grundstück, das bepflanzt werden soll, ist allerdings für die geforderte Anzahl der Bäume zu klein. Die CONAF hat bis heute nicht über den Antrag entschieden. CMP vertritt nun die Auffassung, daß mit der Antragstellung der Bau des Hafens begonnen wurde und die Genehmigung deshalb nicht abgelaufen ist. Bei der aktuellen Ausrichtung der Regierungspolitik ist es leider nicht ausgeschlossen, daß CMP mit diesem „Kunstgriff“ bei der CONAF und beim Umweltministerium durchkommt. Oceana und die Umweltbewegung sehen das anders, prüfen juristische Schritte und wollen mit der Initiative beim Umweltministerium Klarheit schaffen.

Das (ungeklärte) Zögern von CMP hat die Aussichten zur Rettung des wertvollen Ökosystems verbessert, also schon ein Etappensieg. Um ihn zu sichern, sind allerdings weiter viel Arbeit und Engagement erforderlich.

W.K.

Etappensieg Etappensieg Etappensieg
   
© SPHENISCO

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