Invaliden klatschen nicht

Algarrobo, 24. Januar 2012.

José Luiz Brito und Gabriele Knauf mit dem neuen PatientenIm Museum für Naturkunde und Archäologie in San Antonio ist alles wie immer. Das Museum ist überfüllt mit Exponaten, verletzten und gequälten Tieren. Die Schäden des Erdbebens von 2010 sind nicht mehr zu sehen. Die Mitarbeiter berichten von ganz erheblichen Zerstörungen und viel Arbeit, um die Schäden an Gebäuden, Einrichtung und Exponaten zu beheben. Neu ist das Modell für ein neues Museum. Das Projekt „Museum mit Tierrettung“ hat einen Wettbewerb gewonnen und kann in einem anderen Stadtteil am Rio Maipu im Grünen neu bauen. Die Pläne sehen mehr Platz für die vielen Exponate und besseren Service für die Besucher vor. So bekommt die Auffangs- und Rettungsstation für die vielen kranken Tiere gebürende Anerkennung und neue Gehege. Aktuell verzögert sich der Baubeginn, da die Firmen wegen des Erdbebens von 2010 immer noch  mehr als ausgelastet sind.


Dieses Mal waren wir über viele Stunden im Museum, konnte es in Aktion erleben. Ein sehr junger Humboldt-Pinguin wird eingeliefert. Er ist nicht verletzt, aber total abgemagert. José Luis Brito, der Direktor des Museums, vermutet, dass der Kleine ein Vollwaise und noch zu jung ist, um sich selbständig zu ernähren. Er versorgt ihn mit Vitaminen und kleinen Sardinen. Der Kleine frisst recht schnell, er wird wohl durchkommen.

verletzte Füchsin im Museum San AntonioDie Mittagspause verbringen wir mit den „Invaliden des Museums“, die sonst nicht zu sehen sind. Ein Schäferhund mit amputiertem Bein humpelt durch sein Gehege und wird von seinem „Pfleger“ liebevoll gestreichelt. Eine Füchsin läuft im orthopädischen Gestell Marke Eigenbau im Hof des Museums. Demnächst soll sie eine richtige Gehhilfe bekommen.

Am Nachmittag kommen zwei Kindergruppen. Delfine, Wale, Meeresvögel José Luis Brito und seine Mitarbeiterin sind in ihrem Element. Sie schaffen es, die Aufmerksamkeit der unruhigen und temperamentvollen Kids zu gewinnen und zu behalten. Als wir uns verabschieden müssen, stellt José Luis Brito uns den Kindern vor und erzählt von den Medikamenten für die kranken Tiere, die Sphenisco heute gekauft hat. Die Kleinen klatschen Beifall. Wir denken an die kranken Tiere. Das Geld erfüllt wirklichen seinen Zweck. Invaliden klatschen nicht.

W.K.

 

   
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