Wir wollen leben!

- Acorema startet Kampagne „Queremos vivir“ in der Region Pisco-Paracas -



Pisco-Paracas, Landau, 21. Juli 2010.

Die peruanische Naturschutzorganisation Acorema (Areas Costeras y Recursos Marinos) hat die Kampagne „Queremos vivir“ (wir wollen leben) gestartet. Ein ganzes Jahr lang werden die Naturschützer und Wissenschaftler von Acorema im Auftrag von Sphenisco in der Küstenregion Pisco-Paracas für den Schutz des Humboldt-Pinguins und seiner Lebensräume werben.

Das Meer vor der Küste von Pisco-Paracas ist ein Hotspot der Biodiversität. Hier leben nicht nur rund 1000 Humboldt-Pinguine auf küstennahen Inseln, sondern auch viele andere Vogelarten, zahlreiche Wal- und Delfinarten, Meeresschildkröten und Seelöwen. Wegen der großen Artenvielfalt und der Stärke der verschiedenen Populationen wurden die Inseln Ballestas und die Paracas Halbinsel mit einer Fläche von 335000 Hektar bereits 1975 als maritim-terranes Naturschutzgebiet ausgewiesen. 1985 wurde der Nationalpark Paracas dann auch von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt.

So vielfältig die Arten, so vielfältig sind auch die Gefahren, denen Pinguine und  andere Meerestiere in den Küstengewässern ausgesetzt sind. Wie in Chile sind die hauptsächlichen Ursachen der Ausrottung, die Überfischung des Meeres, der Fang von Pinguinen in Kiemennetzen und die Kontamination des Meeres. Dazu kommen in Peru spezielle Gefahren wie die illegale Haltung von Humboldt-Pinguinen als Haustiere und als Maskotchen, der illegale Fang von Pinguinen zum Verzehr und das Absammeln von Eiern, der legale Abbau von Guano auf den Brutinseln sowie das Fischen mit Dynamit, das sogar innerhalb des Nationalparks praktiziert wird. Dies alles summiert zu einem gewaltigen Ausrottungspotential (s.a. peruanische Gefahren).

„Wir wollen leben“ ist der Hilferuf der Menschen und der Kreatur in einer der ärmsten Regionen Perus. Hier leiden die Menschen auch heute noch unter den Folgen des Erdbebens von 2007, bei dem 2 Drittel der Gebäude in Pisco zerstört wurden. Hier gibt es immer noch Schulen ohne Strom. Ziel der Kampagne „Queremos vivir“ ist es, die in dieser Region praktizierte Vernichtung der natürlichen Ressourcen noch bekannter zu machen und zu zeigen, dass sie auch die Lebensgrundlagen der Menschen hier immer mehr zerstört. Mit einfachen Worten und einprägsamen Medien (Aufklebern, Flyern, Puppentheater * siehe Bild rechts) werden die Mitarbeiter von Acorema sich in den Fischerdörfern an Kinder und Erwachsene wenden, um sie über diese Zusammenhänge zu informieren und für Alternativen zu werben.

Werner Knauf


Wir sind kein Haustier, kein Ausstellungsstück und auch nicht dein Essen!

   
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