Para la vida - 5 Aktionen für das Leben in 4 Tagen

Pisco/Paracas 26. Februar 2014.

DPara La Vidaonnerstag 17.00 Uhr. Am Dorfplatz, der „Plazuela“ von Santa Cruz – Nähe Pisco – hat die Gemeinde einen Pavilion mit Lautsprechern und ein paar Tischen aufgebaut. Mitarbeiter und Volontäre des Nationalparks Paracas (Reserva Nacional de Paracas) bauen eine Bühne für Puppentheater auf. Die ersten Kinder sind schon da und beginnen an den Tischen zu malen. Señora Patricia Saravia vom Nationalpark und Señora Milagros Ormeño von Acorema danken der Gemeinde für die Unterstützung und stellen ihre Arbeit und das heutige Programm vor. Dann ertönt Musik aus den Lautsprechern, populäre Lieder wie „El Condor pasa“. Es kommen immer mehr Kinder, Mütter, junge und ältere Frauen. Einige Männer sind auch da, bleiben aber im Hintergrund. Die Tische reichen nicht. Das kann die Kinder nicht aufhalten. Schließlich wird überall und in allen Körperhaltungen gemalt, auf den Bänken des Platzes, auf den Platten des Bürgersteigs, im Sitzen auf der Wiese. Bilder von Tieren wie Condor und Flamingo werden ausgemalt, Rätsel „wie kann der Pinguin die Gefahren auf dem Weg zu seiner Brutinsel umgehen“ werden gelöst und kleine Texte verfasst, wie man den Pinguinen helfen will. Mitarbeiter und Volontäre helfen und erklären, verteilen Vorlagen und ein Heftchen mit einer Bildgeschichte über den Humboldt-Pinguin. Die Mütter schauen kritisch oder stolz auf die „Werke“ ihrer Kleinen, manche greifen korrigierend ein oder beginnen sogar selbst zu malen. Peruanische Kinder sind meist zurückhaltend. Einige zeigen dennoch strahlend ihre Bilder herum, alle lassen sich stolz mit ihren Werken vor der Info-Tafel des Naturparks fotografieren.

Die Malstifte und die Heftchen werden eingesammelt. Inzwischen sind rund 200 Menschen am Platz, sitzen auf der Straße, den Bordsteinkanten und Bänken. Die Serenazgo (kommunale Sicherheit) regelt den Verkehr und kümmert sich auch fürsorglich, um einen ordentlichen Verlauf. Jetzt wird das Puppentheater angekündigt und Pisko, der Pinguin. Erst als die Kinder laut genug nach Pisko rufen, hat das überlebensgroße Maskottchen seinen Auftritt. Vor dem Puppenspiel fragt Señora Milagros Ormeño die Kinder, welche Tiere des Schutzgebietes sie kennen. Auf der Bühne erscheinen u.a. Flamingo, Delfin und Meeresschildkröte. Das Team des Naturparks spielt an diesem Abend zwei Geschichten, eine über die Vermüllung des Meeres und eine über die Haltung der Pinguine als Haustiere. Die Kinder sind fasziniert, sie melden sich zu Wort und schlagen Lösungen vor. Bevor dann noch einige Videos über Natur und Tiere gezeigt werden, überrascht die Gemeinde mit einem Geschenk. Jeder bekommt eine kleine Tüte Popcorn.

Freitag 15.00 Uhr. Señora Milagros Ormeño spricht mit Kindern über Humboldt-Pinguine. Es geht um den Lebensraum in Chile und Peru, die Nahrung Anchovetas und Bedrohungsursachen wie Überfischung, Fang für den menschlichen Konsum und die Haltung als Haustiere. Jede Woche finden während der Ferien im Fischerdorf San Andrés - in der Nähe von Pisco – zwei Workshops statt. Seit der Zerstörung des Infozentrums von Acorema durch das Erdbeben 2007 stellt die Gemeinschaft der Taucher Acorema ihren Raum zur Verfügung. Nach der Information malen und schreiben die Kinder. Sie benutzen die gleichen Malvorlagen wie die Kinder in Santa Cruz. Aufgaben und Hilfestellung sind unterschiedlich. So berücksichtigen Señora Milagros Ormeño und Señor Helbert Anchante Alters- und Begabungsunterschiede der Kinder, die sie inzwischen sehr gut kennen. Wer fertig ist, präsentiert normalerweise sein Werk den beiden Biologen. Heute aber begutachtet Gabriele Knauf die Ergebnisse. Zur Belohnung gibt es Buttons und Postkarten mit Pinguin-Motiven von Sphenisco, kleine Schätze, die stolz gleich angesteckt und verwahrt werden. Auch hier ist Pisko präsent, wenn auch heute nicht leibhaftig. Aus einer Vorlage bastelt jedes Kind seinen eigenen Pisko. Um 17.30 Uhr verabschieden sich die Kinder bis Samstag. Dann geht es um 15.00 Uhr weiter mit neuen Themen und Aufgaben. Bis zu 40 Kinder nehmen an den Workshops teil, die zu einer festen Einrichtung in San Andrés geworden ist.

Samstag 11.30 Uhr. Der Tages- und Wochenend-Tourismus hat El Chaco in der Nähe von Pisco fest im Griff. Strand und Boulevard sind voller Menschen. Der kleine Hafen ist Ausgangspunkt der Bootstouren zu den Ballestas-Inseln, eine der großen Attraktionen in der Region Paracas. Die Inseln sind ungewöhnlich artenreich und beherbergen u.a. große Seelöwen-Kolonien, Humboldt-Pinguine, Basstölpel und Inka-Seeschwalben. Besonders beeindruckend sind aber auch die riesigen Brutkolonien von Guanokormoranen. Sie umfassen Zehntausende von Individuen. Spezies Mensch brütet nur selten in El Chaco, bevölkert aber an Wochenenden zu Tausenden Strand und Boulevard des kleinen Hafens. In diesem Trubel hat Acorema eine Ausstellung über Müll im Meer platziert. Sie zeigt welche Schäden Plastiktüten, Kunststoffe, aufgegebene Fischernetze, Batterien, Reifen usw. im Meer anrichten. Wale, Delfine und Schildkröten verfangen sich in alten Netzen, Seevögel verhungern, weil ihr Verdauungstrakt mit Plastik verstopft ist. Ein Teil des Mülls zersetzt sich zu gefährlichen Chemikalien, gelangt in die Nahrungskette, schädigt Erbgut und Hormonhaushalt von Fischen und anderen Meerestieren. Viele Menschen beachten die Informations-Tafeln nicht, aber einige nehmen sich Zeit, betrachten die Bilder und lesen die kurzen Texte. Die Ausstellung „Strand und Meer sind keine Mülleimer“ (la playa y el mar no son basureros) ist Bestandteil einer Kampagne, die Acorema im Auftrag der Gesellschaft zur Rettung der Delfine (GRD) durchführt. Das Team von Acorema inklusive der Vorstandsmitglieder Mónica Echegaray S. (2. Vors.) und Julio C. Reyes (1. Vors.) beobachtet zwei Tage lang die Resonanz. Die „Besucher“ werden gezählt. Wie schon oft in den letzten 15 Jahren greift die NGO aus Pisco ein globales Problem auf und sensibilisiert die Menschen in der Region Pisco/Paracas.

W.K.

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