Peruanische Gefahren

Fischen mit Dynamit – Haustier- und Maskottchenhaltung - Guanoabbau

Plakat zur Kampagne - Acorema

Der Text lautet:
Ich bin ein echter Fischer!
Ich benutze kein Dynamit und schütze die Umwelt.
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Paracas–Pisco 14. Februar 2010.

Gefahren_1Am 12. Februar treffen wir Señora Milagros Ormeño Benavides und Señor Helbert Anenante Herrera in Pisco. Die Mitarbeiter von Acorema kommen gerade von einer Pinguinzählung auf den Inseln vor der Küste zurück. Rund 1000 Humboldt-Pinguine leben aktuell auf den Inseln Ballestas, Chincha, San Galan, Independencia, Santa Rosa und im Gebiet Tres Puertas in der Region Pisco - Paracas. Die beiden Biologen schildern die Arbeit von Acorema seit dem Erdbeben im August 2007 (s.a. Umweltbildung in einer zerstörten Stadt). Gabriele Knauf informiert über die Arbeit und Projekte von Sphenisco.

Wir erfahren von den beiden, welche besonderen Gefahren für den  Humboldt-Pinguin und seinen Lebensraum in Peru existieren. Sie berichten uns auch von ihren Erfahrungen mit der Kampagne “Gegen das Fischen mit Dynamit” und der Kampagne “Wir wollen leben”.

In Peru stellt das Fischen mit Dynamit immer noch ein großes Problem dar. Es wird in der Region Pisco sogar innerhalb des „Paracas Nationalparks“ praktiziert. Das Fischen mit Dynamit ist eigentlich landesweit verboten, doch gibt es keine effektiven Kontrollen und wirksamen Bestrafungen. Die Explosion verursacht ein Massensterben unter allen Fisch-arten, zerstört die Laichgründe und reduziert nachhaltig die Erträge der Fischer. Durch die Sprengung können auch größere Meerestiere wie Humboldt-Pinguine und andere Seevögel, Meeresschildkröten, Seelöwen und sogar Delfine verletzt und geschädigt werden. Deshalb hat Acorema diese destruktive Praxis in einer stark beachteten Kampagne öffentlich problematisiert.

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Die Kampagne “Wir wollen leben” informierte über die Biodiverstät in der Meeresregion  Pisco-Paracas und rief zu ihrem Schutz auf. Ein spezieller Teil dieser Kampagne griff die drohende Ausrottung des Humboldt-Pinguins auf und problematisierte dabei auch die besonderen Gefährungen in Peru. So ist der illegale Fang von Pinguinen zum Verzehr und das Absammeln von Eiern immer noch weit verbreitet. Dazu kommt die illegale Haltung von Humboldt-Pinguinen als Haustiere und als Maskotchen. Die Tiere werden zum Vergnügen und als Attraktion für Besucher zum Beispiel in Restaurants gehalten. Unter diesen Bedingungen sterben die Pinguine durch falsche Ernährung und Infektionen. Werden sie ihren Haltern langweilig, setzen diese die geschwächten Tiere einfach aus und töten sie so häufig indirekt oder die Halter schlachten sie dann ebenfalls zum Verzehr.

Und leider ist auch der Abbau von Guano auf den Brutinseln in Peru immer noch legal. Dadurch werden viele Brutplätze von Pinguinen und anderen Seevögeln zerstört.

Die aus Chile bekannten Gefahren wie die Überfischung des Meeres, der Fang von Pinguinen in Kiemennetzen, die Kontamination des Meeres und die Schäden durch rücksichtslosen Tourismus existieren in Peru natürlich leider auch und summieren sich mit den speziellen peruanischen Gefahren zu einem gewaltigen Ausrottungspotential.

Werner Knauf

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Der Text lautet:

Kampagne für den Schutz der Biodiversität in Paracas.
Wir wollen leben!
Respektiert uns
Jagt uns nicht

Wir sind keine Haustiere, keine Ausstellungsstücke und auch nicht dein Essen!

© Fotos und Grafiken von Acorema

   
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