Ausstellung „David gegen Goliath auf chilenisch"

Wie die Humboldt-Pinguine einen historischen Sieg über die Energiewirtschaft errangen

Magdeburg, 27. Juni 2011.

Im März diesen Jahres lief eine Meldung über die Nachrichtenticker, die in Kreisen der Umweltschützer, insbesondere derer, die sich für Pinguine engagieren, für große Erleichterung sorgte. Die Planungen für den Bau eines Kohlekraftwerks an der nordchilenischen Küste, in unmittelbarer Nähe des wichtigsten Schutzgebietes für Humboldt-Pinguine, wurden gestoppt. Damit hatte auch der letzte von insgesamt drei Energiekonzernen seine Kraftwerksprojekte in dieser Region zurückgezogen.

Grund dafür war der massive Protest aus ganz Chile und aller Welt, dem sich auch die chilenische Regierung schlussendlich nicht verschließen konnte. Die „Ehre“ für diesen Sieg des Artenschutzes allerdings gebührt den standhaften Anwohnern zweier kleiner Küstenorte in Nordchile, die allen Widerständen zum Trotz den Kampf gegen die Kraftwerksprojekte über Jahre geführt haben. Es waren einfache Fischer, Bauern und Betreiber von kleinen Tourismus-Unternehmen, die sich gegen den ökologisch wie ökonomischen Unsinn der Kraftwerksprojekte auflehnten und mit großem Mut und viel Geschick an Ende den Sieg über drei große multinationale Konzerne davontrugen.
Vom 27. Juni bis 28. September präsentiert der Zoo Magdeburg die Ausstellung „David gegen Goliath auf chilenisch“. Sie kann in dieser Zeit in der Zoowelle (Eingangsgebäude) kostenfrei besucht werden. Der Zoo Magdeburg engagiert sich seit Jahren im Rahmen seiner Aktion Naturschutz für den Erhalt der Humboldt-Pinguine. Deshalb ist es ihm eine besondere Freude, dass dank der Unterstützung des LVM-Servicebüros Carsten Decker & Oliver Leiding möglich war, die in Santiago de Chile lebende deutsche Fotografin Ulrike Weizsäcker an den Ort des Geschehens zu schicken. Die daraus entstandene Fotoreportage von Björn Encke & Ulrike Weizsäcker erzählt die Geschichte zweier „kleiner gallischer Dörfer“ im Norden Chiles. Die Reportage ist gleichfalls ein Dank an die Menschen, die durch ihr Engagement maßgeblich zur Rettung der Humboldt-Pinguine beigetragen haben.

Björn Encke

   
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